Fotografie
Fotografen-Website erstellen: die Checkliste für Einsteiger
Zehn Schritte in der richtigen Reihenfolge: von der Frage, wen du fotografierst, bis zum Anfrageformular, das wirklich ausgefüllt wird.

Kurz gesagt: Die Reihenfolge entscheidet. Wer mit dem Design anfängt, baut zweimal. Wer mit der Frage anfängt, wen er fotografiert und was die Besucherin als Nächstes tun soll, baut einmal. Diese Checkliste geht die zehn Schritte in genau der Reihenfolge durch, in der sie am wenigsten Arbeit machen.
Schritt 1: Festlegen, wen du fotografierst
Ein Satz, der vor allem anderen steht: Ich fotografiere [wen] in [Region] mit [Stil]. Zum Beispiel: „Ich begleite Hochzeiten im Rhein-Main-Gebiet in ruhiger, dokumentarischer Reportage.“ Dieser Satz entscheidet später über Startseite, Portfolio, Suchbegriffe und Preise. Ohne ihn wird die Website eine Sammlung schöner Bilder ohne Aussage.
Zeitbedarf: eine Stunde, aber vermutlich über mehrere Tage verteilt.
Schritt 2: Seitenstruktur festlegen
Für den Anfang reichen fünf bis sieben Seiten. Mehr Seiten heißen nicht mehr Anfragen, sondern nur mehr Pflege.
- Startseite
- Portfolio (nach Anlass getrennt, wenn du mehrere anbietest)
- Leistungen und Preisorientierung
- Über mich
- Kontakt und Anfrage
- Impressum
- Datenschutzerklärung
Später kommen Ort- und Anlassseiten dazu — die sind das Rückgrat der lokalen Sichtbarkeit, siehe SEO für Fotografen.
Schritt 3: Bilder auswählen — und zwar streng
Die häufigste Schwäche von Fotografen-Websites ist nicht zu wenig, sondern zu viel. Nimm zwölf bis dreißig Bilder für die gesamte Seite, nicht pro Galerie. Wie du auswählst, ohne dich in Lieblingsbildern zu verlieren, steht in Fotografen-Portfolio erstellen.
Vor dem Hochladen: lange Kante auf etwa 2.000 Pixel, JPEG-Qualität um 75, sprechender Dateiname (hochzeit-standesamt-mainz-01.jpg statt IMG_4821.jpg). Das ist kein Detail — es ist der Unterschied zwischen zwei und zehn Sekunden Ladezeit.
Schritt 4: Texte schreiben, bevor du gestaltest
Design um fertige Texte herum zu bauen ist einfach. Texte in ein fertiges Design zu quetschen ist die Hölle. Schreib zuerst:
- einen Satz für die Startseite, der sagt, wen du wo fotografierst;
- zwei bis drei Absätze über deine Arbeitsweise;
- je Leistung fünf Zeilen: was enthalten ist, wie lange es dauert, ab welchem Preis;
- einen Über-mich-Text in der Ich-Form, mit einem Bild von dir.
Schreibregel: Beschreibe, was der Kunde bekommt, nicht welche Kamera du benutzt. „Ihr bekommt 400 bearbeitete Bilder innerhalb von vier Wochen“ ist stärker als jede Ausrüstungsliste.
Schritt 5: Den Weg wählen
Erst jetzt — nicht vorher — entscheidest du zwischen Baukasten, WordPress und Webdesignerin. Die Entscheidungshilfe steht in selbst bauen, Baukasten oder Webdesigner, die Auswahl der Baukästen in Website-Baukästen für Fotografen und die Zahlen in Was kostet eine Website für Fotografen?.
Schritt 6: Domain und E-Mail
- Kurz, sprechbar, ohne Bindestrich-Kette. Der eigene Name ist meist die beste Wahl.
- Die Domain läuft auf deinen Namen — auch wenn jemand anderes die Seite baut.
- E-Mail-Adresse mit eigener Domain statt Freemail. Kostet fast nichts und wirkt sofort anders.
Schritt 7: Anfrageformular, das wirklich ausgefüllt wird
Je mehr Felder, desto weniger Anfragen. Für den Anfang reichen fünf:
- Name
- Datum oder Zeitraum
- Ort
- Freies Feld: Worum geht es?
Darunter ein Satz, der die wichtigste unausgesprochene Frage beantwortet: „Ich melde mich innerhalb von 24 Stunden.“ Diese eine Zeile hebt die Zahl der Anfragen spürbar, weil sie Unsicherheit nimmt.
Und: Die Telefonnummer gehört sichtbar in den Kopf oder Fuß der Seite, nicht nur ins Impressum.
Schritt 8: Am Handy prüfen — vor dem Onlinestellen
Die Mehrheit deiner Besucher kommt vom Telefon. Prüfe dort, nicht am großen Bildschirm:
- Ist der Kernsatz ohne Scrollen lesbar?
- Sind Schaltflächen mit dem Daumen treffbar?
- Lädt die Startseite im Mobilfunknetz in unter drei Sekunden?
- Ist die Telefonnummer antippbar?
- Verdeckt ein Cookie-Hinweis den ersten Bildschirm dauerhaft?
Schritt 9: Pflichtangaben und Rechtstexte
Kein Ersatz für Rechtsberatung. Dieser Abschnitt fasst zusammen, worüber du dir Gedanken machen solltest. Was in deinem Fall gilt, hängt von Rechtsform, Angebot und Arbeitsweise ab. Im Zweifel lässt du deine Pflichtangaben von einer Anwältin, einem Anwalt oder bei IHK beziehungsweise Handwerkskammer prüfen.
Impressum und Datenschutzerklärung müssen leicht erkennbar und von jeder Seite aus erreichbar sein — üblicherweise über den Fuß der Seite. Was hineingehört und welche Bilder du überhaupt zeigen darfst, steht in Impressum, Datenschutz und Bildrechte.
Schritt 10: Sichtbar machen
Onlinestellen ist nicht dasselbe wie gefunden werden. Nach dem Start:
- Google Search Console einrichten und die Sitemap einreichen.
- Google-Unternehmensprofil anlegen und die Website dort verlinken.
- Die Website in deinem Anbieterprofil und in allen Social-Media-Konten eintragen.
- Bei Locations, Floristinnen und anderen Gewerken um eine Erwähnung bitten.
- Erste Bewertungen einsammeln, siehe Bewertungen als Fotograf sammeln.
Die Checkliste zum Abhaken
| # | Schritt | Fertig, wenn … |
|---|---|---|
| 1 | Positionierung | der Satz „Ich fotografiere … in … mit …“ steht |
| 2 | Struktur | fünf bis sieben Seiten sind benannt |
| 3 | Bilder | zwölf bis dreißig Bilder ausgewählt und verkleinert |
| 4 | Texte | Start, Über mich, Leistungen und Kontakt sind geschrieben |
| 5 | Weg | Baukasten, WordPress oder Auftrag ist entschieden |
| 6 | Domain | Domain und E-Mail laufen auf deinen Namen |
| 7 | Anfrage | Formular mit fünf Feldern und Reaktionszusage steht |
| 8 | Handy | am Telefon geprüft, unter drei Sekunden |
| 9 | Recht | Impressum und Datenschutz von jeder Seite erreichbar |
| 10 | Sichtbarkeit | Search Console, Google-Profil und Verweise sind erledigt |
Häufige Fragen
Wie lange dauert es, eine Fotografen-Website zu erstellen?
Mit einem Baukasten und fertigen Texten schaffst du es an zwei bis drei Wochenenden. Realistisch vergehen vom ersten Gedanken bis zum Onlinestellen aber sechs bis zwölf Wochen, weil die Texte länger dauern als die Technik.
Wie viele Bilder gehören auf eine Fotografen-Website?
Zwölf bis dreißig für die gesamte Seite. Lieber wenige Bilder, die alle sitzen, als hundert, unter denen zwanzig schwach sind — der Gesamteindruck richtet sich nach dem schwächsten Bild, nicht nach dem besten.
Brauche ich einen Blog auf meiner Fotografen-Website?
Nicht am Anfang. Ein Blog lohnt sich, wenn du ihn durchhältst und gezielt über Orte, Locations und Anlässe schreibst — dann ist er einer der stärksten Hebel für lokale Sichtbarkeit. Ein Blog mit drei Beiträgen aus dem letzten Jahr schadet eher.
Was kostet es, wenn ich die Website selbst baue?
An Geld meist 150 bis 400 Euro im ersten Jahr. An Zeit 20 bis 60 Stunden mit einem Baukasten, deutlich mehr mit WordPress. Die vollständige Rechnung steht in Was kostet eine Website für Fotografen?.
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