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Fotobox vermieten: selbstständig starten und Kunden gewinnen

Ein Gerät, viele Wochenenden: warum beim Fotoboxverleih die Auslastung über alles entscheidet, was ein Abend kostet und wie du Termine bekommst.

Von Event ABC31.08.20266 Min. Lesezeit
Fotobox vermieten: selbstständig starten und Kunden gewinnen

Kurz gesagt: Eine Fotobox ist ein einzelnes Gerät, das an vielen Wochenenden Geld verdienen muss. Die Anschaffung liegt je nach Bauart zwischen etwa 1.500 und 6.000 Euro, übliche Tagespreise zwischen 300 und 700 Euro. Ob sich das trägt, entscheidet allein die Auslastung: Bei zehn Einsätzen im Jahr ist es ein teures Hobby, bei dreißig ein Gewerbe. Dazwischen liegen Lieferung, Aufbau, Abholung, Verbrauchsmaterial und die Frage, ob du vor Ort bleibst oder die Box sich selbst überlässt.

Alle Zahlen sind Bandbreiten, keine Angebote. Die Spannen stammen aus öffentlich einsehbaren Anbieterpreisen und aus dem, was Dienstleister in Gesprächen berichten. Was du verlangen kannst, hängt von Region, Erfahrung und Umfang ab.

Was du an einem Eventabend tatsächlich tust

Die Fotobox arbeitet allein, du nicht. Ein Samstag sieht so aus: nachmittags anliefern, Stellplatz finden, Strom legen, Hintergrund aufbauen, Licht einstellen, zwei Testauslösungen, Requisiten auslegen, dem Paar zeigen, wie man Papier nachlegt. Dann bleiben oder wiederkommen. Die Abholung unterschätzen fast alle: entweder nachts um zwei oder am Sonntagmorgen, wenn die Location aufräumt.

Daraus ergeben sich zwei sehr verschiedene Angebote:

  • Selbstbedienung. Du lieferst, baust auf, erklärst und fährst. Günstiger, planbarer, mehrere Termine am Wochenende möglich. Dafür füllt niemand nach, wenn etwas leer ist.
  • Betreuung vor Ort. Du bleibst vier bis sechs Stunden, holst Gäste an die Box, führst das Gästebuch, wechselst Papier. Höherer Preis, aber ein Termin pro Abend.

Merksatz: Die betreute Box verkauft sich über Erlebnis, die unbetreute über Preis. Beides funktioniert, aber du musst dich entscheiden, was du bist.

Womit du anfängst und was warten kann

Die Grundsatzfrage lautet: Sofortdruck oder nur digital. Der Druck ist der Grund, warum Gäste die Box überhaupt benutzen, und gleichzeitig deine einzige nennenswerte laufende Ausgabe. Ohne Drucker bist du billiger und austauschbarer.

  • Sofort nötig: Kamera oder Boxsystem, gute Beleuchtung, Drucker, ein sauberer Hintergrund, Transportkoffer, Verlängerung und Mehrfachverteiler, eine Kiste Requisiten.
  • Bald sinnvoll: zweiter Hintergrund, Gästebuch mit Kleber und Stiften, Onlinegalerie, eigenes Bildlayout mit den Namen des Paares.
  • Kann warten: Ringlicht-Sonderformen, Spiegelbox, Videofunktion, gebrandete Verkleidung, zweites Gerät.

Rechne nicht nur mit dem Gerätepreis. Ein Leihdrucker in Reichweite, ein Ersatznetzteil und Papier für zwei Feiern gehören dazu. Was sonst zur Gründung gehört, von Anmeldung bis Rechtsform, steht in Selbstständig als Eventdienstleister.

Ein Gerät, viele Wochenenden

Beim Vermieten liegt dein Geld im Gerät. Es verdient nur an Tagen, an denen es draußen ist, und es kostet an allen anderen. Deshalb ist die wichtigste Zahl in diesem Geschäft nicht der Preis, sondern die Zahl der Einsätze.

Was eine Fotobox je nach Auslastung einbringt
Einsätze im JahrUmsatz bei 450 € je TerminWas das praktisch bedeutet
5rund 2.250 €Das Gerät ist nach zwei Jahren bezahlt, mehr nicht
12rund 5.400 €Trägt sich, ersetzt aber kein Einkommen
25rund 11.250 €Ordentlicher Nebenverdienst, fast jedes Wochenende
40rund 18.000 €Nur mit zweitem Gerät oder Aushilfe zu schaffen

Je Auslösung fallen Verbrauchskosten an. Für Papier und Farbband werden häufig 0,15 bis 0,40 Euro je Ausdruck genannt. Bei 150 Gästen und 250 Ausdrucken sind das grob 40 bis 100 Euro Material je Abend. Dazu kommen Fahrt, Reinigung und der Verschleiß an Requisiten, die regelmäßig verschwinden. Wie du daraus einen Preis machst, der auch die leeren Wochenenden trägt, steht in Preise als Eventdienstleister kalkulieren.

Preise, Pakete und Zusatzverkäufe

Übliche Preisbestandteile beim Fotoboxverleih
PositionTypische SpanneAnmerkung
Box unbetreut, ein Abend300 – 500 €Lieferung und Aufbau meist enthalten
Box mit Betreuung500 – 900 €Meist mit Stundenzahl begrenzt
Zusätzliche Stunde40 – 90 €Vorher festlegen, sonst wird gefeilscht
Anfahrt über 30 Kilometer0,50 – 1,20 € je KilometerGetrennt ausweisen
Gästebuch mit Einkleben50 – 120 €Der meistverkaufte Zusatz
Requisitenpaket oder Sonderhintergrund30 – 90 €Kleine Marge, große Wirkung im Angebot
Onlinegalerie0 – 80 €Oft als Zugabe wirksamer als als Posten

Den Preis treiben vor allem drei Dinge: Betreuung oder nicht, Dauer der Bindung des Geräts und die Entfernung. Ein Termin, für den du 90 Kilometer fährst und nachts zurück, blockiert dein einziges Gerät genauso wie einer vor der Haustür. Baue lieber zwei bis drei feste Pakete als eine offene Liste. Wie solche Pakete aufgebaut sind, zeigt Angebote und Pakete für Eventdienstleister erstellen.

Gästefotos und Datenschutz

Kein Ersatz für Rechtsberatung. Dieser Abschnitt fasst zusammen, worüber du dir Gedanken machen solltest. Was in deinem Fall gilt, hängt von Rechtsform, Angebot und Arbeitsweise ab. Im Zweifel lässt du das von einer Anwältin, einem Anwalt oder bei IHK beziehungsweise Handwerkskammer prüfen.

Deine Box erzeugt an einem Abend hunderte Bilder von Menschen, die dich nicht kennen. Damit hast du eine Verantwortung, die reine Dienstleister nicht haben. Klär vorher mit dem Paar und für dich selbst:

  • Wie lange bewahrst du die Bilder auf, und was passiert danach.
  • Wer bekommt die Galerie, und ist sie zugriffsgeschützt.
  • Darfst du Bilder für dein Portfolio verwenden. Das braucht in der Regel eine Einwilligung der abgebildeten Gäste, nicht nur des Paares.
  • Ein sichtbarer Hinweis an der Box, was mit den Aufnahmen geschieht, ist ein einfacher und wirksamer Schritt.

Welche Policen für Schäden am Gerät, Schäden bei Dritten und Ausfall in Frage kommen, ist in Versicherungen für Eventdienstleister zusammengefasst.

Wie du an die ersten Aufträge kommst

  • Locations. Sie sehen jedes Wochenende, ob eine Box gut lief, und werden von Paaren direkt gefragt.
  • DJs. Sie sind früh gebucht, stehen ohnehin im Raum und empfehlen gern, was ihnen den Abend erleichtert.
  • Kleine Hochzeitsmessen. Die Box verkauft sich, wenn Menschen sie benutzen. Ein Standtag bringt oft mehr als drei Monate Werbung.
  • Firmen und Vereine. Weihnachtsfeiern und Jubiläen zahlen zuverlässig und liegen außerhalb der Hochzeitssaison.
  • Der erste Einsatz zum halben Preis bei einer Feier, auf der du Referenzbilder machen darfst.

Ein Beispiel: Nadine, Fotoboxverleih bei Ingolstadt

Nadine kauft eine gebrauchte Box mit Drucker für 2.400 Euro und startet mit einem einzigen Paket zu 420 Euro, unbetreut, Lieferung bis 40 Kilometer inklusive. Im ersten Jahr hat sie neun Termine, sechs über zwei Landgasthöfe. Ab dem zweiten Jahr verkauft sie das Gästebuch für 80 Euro dazu. Ein zweites Gerät kauft sie erst, als sie an vier Samstagen absagen musste.

Was schiefgeht und wann ein zweites Gerät sinnvoll ist

  1. Papier geht aus. Rechne mit mehr Ausdrucken als gedacht und leg immer eine Reserve dazu.
  2. Der Drucker streikt. Das ist der Ausfall, der einen Abend kippt. Halte ein Ersatzgerät oder einen Kollegen in Reichweite bereit.
  3. Schlechter Stellplatz. Neben der Tanzfläche wird die Box benutzt, im Nebenraum nicht. Kläre den Platz vorher mit der Location.
  4. Requisiten verschwinden. Kalkuliere Ersatz ein und nimm nichts mit, was dir leid tut.
  5. Abholung nicht geregelt. Schreib fest, wann und wie du wieder herankommst. Sonst steht dein Kapital am Sonntag in einem verschlossenen Saal.

Ein zweites Gerät lohnt sich nicht, wenn du mehr verdienen willst, sondern erst, wenn du regelmäßig absagen musst. Ein zweiter Termin am selben Abend braucht auch eine zweite Person, die liefert, aufbaut und abholt. Wer das übersieht, verdoppelt die Kosten und nicht den Umsatz.

Häufige Fragen

Was kostet es, eine Fotobox zu mieten?

Anbieter rufen für einen Abend häufig 300 bis 700 Euro auf, unbetreut eher am unteren, mit Betreuung am oberen Ende. Lieferung und Aufbau sind meist enthalten, längere Anfahrten und Zusatzstunden fast immer nicht.

Lohnt sich der Fotoboxverleih nebenberuflich?

Ab etwa zwölf bis fünfzehn Einsätzen im Jahr trägt sich das Gerät samt Material deutlich. Darunter ist es eine teure Anschaffung, die sich nur langsam zurückzahlt, weil die Kosten unabhängig von der Nutzung anfallen.

Brauche ich einen Drucker in der Fotobox?

Nicht zwingend, aber er ist das stärkste Verkaufsargument. Der Ausdruck in der Hand ist der Grund, warum Gäste anstehen. Ohne Druck konkurrierst du fast nur über den Preis.

Muss ich bei der Fotobox dabeibleiben?

Nein, viele Anbieter liefern nur. Betreuung bringt einen höheren Preis und weniger Pannen, kostet dich aber den ganzen Abend und damit jeden weiteren Termin an diesem Wochenende.

Was passiert mit den Bildern der Gäste?

Das solltest du vorher schriftlich mit dem Paar klären: Aufbewahrungsdauer, Zugang zur Galerie und ob du Bilder selbst zeigen darfst. Für eigene Werbung brauchst du in der Regel die Einwilligung der abgebildeten Personen.

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