Für Dienstleister
Hochzeitsdeko vermieten: so wird aus Kreativität ein Eventservice
Aus einem Fundus wird ein Eventservice: womit du anfängst, was Lager, Bruch und Saison kosten und wann sich Gestaltung mehr lohnt als Verleih.

Kurz gesagt: Hochzeitsdeko zu vermieten heißt, Kapital in Regalen zu binden und es über viele Wochenenden zurückzuverdienen. Fang mit einem einzigen stimmigen Set an, das eine Feier für 80 Gäste vollständig ausstattet, statt mit hundert schönen Einzelteilen, die zu nichts passen. Übliche Mietpreise liegen bei 3 bis 12 Euro je Tischdekoration und 150 bis 600 Euro für ein komplettes Paket. Über den Ertrag entscheiden Lagerplatz, Transport, Reinigung, Bruch und die Frage, wie oft dasselbe Teil im Jahr rausgeht.
Alle Zahlen sind Bandbreiten, keine Angebote. Die Spannen stammen aus öffentlich einsehbaren Anbieterpreisen und aus dem, was Dienstleister in Gesprächen berichten. Was du verlangen kannst, hängt von Region, Erfahrung und Umfang ab.
Verleih oder Gestaltung: zwei verschiedene Geschäfte
Fast alle starten mit dem einen und landen beim anderen. Es lohnt sich, den Unterschied von Anfang an zu kennen, weil er Preis, Risiko und Arbeitszeit bestimmt.
| Merkmal | Verleih von Bestand | Gestaltung vor Ort |
|---|---|---|
| Was du verkaufst | Gegenstände für einen Zeitraum | Konzept, Aufbau und deine Zeit |
| Wo dein Geld steckt | im Lager | in deinem Kopf und Kalender |
| Wichtigste Kennzahl | Einsätze je Teil und Jahr | Stundensatz |
| Hauptrisiko | Bruch, Verlust, tote Ware | Zeitfenster und Wetter |
| Skaliert durch | mehr Bestand | mehr Personal |
| Einstieg | Abholung durch das Paar | ein Paar, das dir gestalterisch vertraut |
Der übliche Weg: Du verleihst zuerst Kerzenständer, Vasen und Schilder zur Selbstabholung. Dann fragt ein Paar, ob du auch aufbaust. Dann fragt das nächste, ob du das Konzept machst. Ab da verkaufst du keine Gegenstände mehr, sondern Gestaltung, und darfst deutlich anders rechnen.
Was du am Hochzeitstag tatsächlich tust
Wenn du aufbaust, arbeitest du in einem fremden Haus in einem sehr engen Zeitfenster. Das ist der Teil, den Außenstehende unterschätzen:
- Aufbaufenster. Viele Locations geben dir zwei bis vier Stunden am Vormittag, manchmal erst nach dem Frühstück des Vortagsevents. Vorher kommst du nicht rein.
- Eindecken und Stellen. Tische, Läufer, Kerzen, Namensschilder, Sitzplan, Trauungsbogen. Rechne für 80 Gäste mit drei bis fünf Stunden zu zweit.
- Zweiter Ort. Trauung draußen, Feier drinnen. Häufig musst du zwischendurch umbauen, während die Gäste beim Sekt stehen.
- Abbau. Meist nachts nach der Feier oder am Sonntag früh, weil um zehn die nächste Hochzeit anläuft. Und der Abbau ist der Moment, in dem gezählt wird.
Merksatz: Das Zeitfenster der Location bestimmt deinen Preis stärker als die Anzahl der Kerzen.
Womit du anfängst
Der teuerste Anfängerfehler ist das Sammeln. Zwanzig hübsche Einzelstücke vom Flohmarkt ergeben kein Angebot, weil kein Tisch damit vollständig wird. Ein Set dagegen ist verkaufbar: eine Farbwelt, ein Material, eine Formensprache, in ausreichender Stückzahl.
- Sofort nötig: Tischdekoration für 80 bis 100 Gäste in einer Linie, also etwa zehn Tische. Kerzenständer, Vasen, Windlichter, Läufer, Untersetzer, alles gleich.
- Bald sinnvoll: ein Trauungselement wie Bogen oder Kreis, Schilder mit Wechselbeschriftung, Sitzplantafel, Lichterketten.
- Kann warten: Möbel, Teppiche, Zelte, große Blumenkonstruktionen, eine zweite Farbwelt.
- Nicht vergessen: stapelbare Kisten mit Deckel, Polstermaterial, Rollwagen, Packlisten je Kiste. Das ist unsichtbar und entscheidet über deine Abbauzeit.
Die Formalitäten von der Anmeldung bis zur Rechtsform unterscheiden sich hier nicht von anderen Gewerken und stehen in Selbstständig als Eventdienstleister.
Preise und was sie treibt
| Position | Typische Spanne | Anmerkung |
|---|---|---|
| Tischdekoration je Tisch | 15 – 60 € | Der meistgefragte Posten |
| Einzelteil, etwa Vase oder Windlicht | 1 – 8 € | Nur sinnvoll ab einer Mindestmenge |
| Komplettpaket für 80 Gäste | 150 – 600 € | Ohne Aufbau, Selbstabholung |
| Aufbau und Abbau vor Ort | 35 – 60 € je Stunde | Getrennt ausweisen, nie einrechnen |
| Lieferung und Abholung | 50 – 200 € | Abhängig von Entfernung und Menge |
| Kaution | 50 – 300 € | Üblich und akzeptiert |
| Bruch je Teil | Wiederbeschaffungswert | Vorher als Liste beilegen |
Den Preis treiben in diesem Gewerk drei Dinge: die Zahl der gebundenen Tage, die Menge und ob du aufbaust. Ein Set, das Donnerstag abgeholt und Montag zurückgebracht wird, ist fünf Tage nicht vermietbar, obwohl nur an einem Tag gefeiert wurde. Diese Bindung gehört in den Preis, nicht in die Kulanz. Wie du daraus einen tragfähigen Satz machst, steht in Preise als Eventdienstleister kalkulieren, und wie du daraus verkaufbare Pakete baust, in Angebote und Pakete für Eventdienstleister erstellen.
Gesucht wird Deko fast immer regional, weil niemand Glas quer durch Deutschland fährt. Wie andere Anbieter ihre Sets, Mengen und Radien beschreiben, kannst du dir in der Übersicht Dekoration und Eventdesign auf Event ABC ansehen, bevor du dein eigenes Angebot formulierst.
Lager, Bruch, Kaution und Saison
Was den Dekoverleih von einer Dienstleistung unterscheidet, ist alles, was zwischen zwei Aufträgen passiert. Diese Posten stehen in keinem Angebot und kosten trotzdem:
- Lagerplatz. Ein Set für 100 Gäste füllt eine Doppelgarage. Miete für Lager ist der erste laufende Posten, den viele nicht eingeplant haben.
- Reinigung. Wachsreste, Fingerabdrücke, Blumenwasser. Rechne nach jeder Feier mit zwei bis vier Stunden Nacharbeit.
- Bruch und Verlust. Glas geht kaputt, Kleinteile verschwinden. Kalkuliere einen Anteil deines Bestands als jährlichen Schwund ein, statt jeden Fall einzeln zu verhandeln.
- Kaution. Sie ersetzt nicht den Vertrag, sondern macht ihn nur bequemer durchsetzbar. Was bei Beschädigung, verspäteter Rückgabe oder Absage gilt, gehört schriftlich fest: Vertrag für Hochzeit und Event.
- Saison. Der Bestand verdient zwischen Mai und September und steht von November bis März still. Weihnachtsfeiern, Taufen und Firmenfeiern sind der übliche Weg, die toten Monate zu füllen.
Wie du an die ersten Aufträge kommst
- Locations. Sie sehen, ob du pünktlich fertig warst und sauber verlassen hast. Das ist die beste Empfehlung in diesem Gewerk.
- Floristik. Blumen und Deko werden zusammen gedacht, aber selten von derselben Person geliefert.
- Hochzeitsplanung. Sie sucht Sets, die als Ganzes buchbar sind, und schätzt es, wenn Mengen und Preise feststehen.
- Ein gutes Beispiel. Baue dein Set einmal komplett auf und lass es ordentlich fotografieren. Ohne Bild vom fertigen Tisch verkauft sich kein Paket.
Ein Beispiel: Katrin, Dekoverleih im Emsland
Katrin hat ihre eigene Hochzeit selbst dekoriert und danach alles behalten. Sie ergänzt den Bestand für rund 1.900 Euro zu einem Set in Beige und Eukalyptus für zehn Tische und vermietet zunächst nur zur Selbstabholung für 320 Euro. Im ersten Jahr sind es sieben Wochenenden. Ab dem zweiten Jahr bietet sie Aufbau für 45 Euro je Stunde an und mietet eine Lagerbox, weil die Garage nicht mehr reicht.
Was schiefgeht
- Zu viele Farbwelten. Drei halbe Sets vermieten sich schlechter als eines, das vollständig ist. Erweitere in die Tiefe, nicht in die Breite.
- Keine Packliste je Kiste. Ohne Liste dauert der Abbau doppelt so lang und beim Zählen fehlt immer etwas.
- Zeitfenster nicht geklärt. Wer erst vor Ort erfährt, dass er um acht Uhr morgens raus muss, baut nachts ab.
- Kerzen ohne Absprache. Viele Häuser erlauben offene Flammen nicht. Frag vorher, sonst steht dein halbes Set ungenutzt im Auto.
- Aufbau verschenkt. Wer Aufbau als Service mitliefert, arbeitet fünf Stunden umsonst und erzieht Kunden dazu, es zu erwarten.
- Kein Zustandsprotokoll. Zähl bei Übergabe und Rückgabe gemeinsam. Alles andere endet in Diskussionen über einen Riss, den niemand beweisen kann.
Häufige Fragen
Was kostet es, Hochzeitsdeko zu mieten?
Für Tischdekoration werden häufig 15 bis 60 Euro je Tisch aufgerufen, für ein Komplettpaket für 80 Gäste 150 bis 600 Euro ohne Aufbau. Lieferung, Aufbau und Abbau werden fast immer getrennt berechnet.
Wie viel Bestand brauche ich für den Anfang?
Ein vollständiges Set für zehn Tische reicht, um die meisten Hochzeiten zu bedienen. Wichtiger als die Menge ist, dass alles zusammenpasst, denn Paare buchen ein Bild und keine Einzelteile.
Wie sichere ich mich gegen Bruch und Verlust ab?
Über eine Kaution, eine beigelegte Wertliste je Teil und ein gemeinsames Zählen bei Übergabe und Rückgabe. Kalkuliere zusätzlich einen jährlichen Schwund ein, weil sich kleine Verluste nie ganz vermeiden lassen.
Lohnt sich Dekoverleih nebenberuflich?
Ja, wenn du Lagerplatz hast und die Saison von Mai bis September nutzen kannst. Der Bestand verdient nur an vermieteten Wochenenden, kostet aber das ganze Jahr Platz und Pflege.
Wann sollte ich von Verleih auf Gestaltung umstellen?
Sobald mehrere Paare von dir Konzept und Aufbau wollen statt nur Gegenstände. Ab da verkaufst du deine Zeit und dein Auge, kannst nach Stunden abrechnen und bist nicht mehr allein von der Größe deines Lagers abhängig.
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