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Für Dienstleister

Brauche ich als Eventdienstleister eine Website oder reicht ein Profil?

Eigene Website oder Profil im Verzeichnis: was jedes von beiden leistet, was es kostet und warum am Anfang meist das Profil zuerst kommt.

Von Event ABC31.08.20266 Min. Lesezeit
Brauche ich als Eventdienstleister eine Website oder reicht ein Profil?

Kurz gesagt: Beides erfüllt einen anderen Zweck. Eine eigene Website gehört dir, lässt sich frei gestalten und wächst mit deinem Angebot — sie kostet aber Geld, Pflege und vor allem Zeit, bis Suchmaschinen sie überhaupt kennen. Ein Profil in einem Verzeichnis ist an einem Nachmittag fertig, steht sofort dort, wo Menschen suchen, und kostet oft nichts. Dafür gehört es dir nicht. Für den Start ist die Reihenfolge deshalb meist: erst gefunden werden, dann eine eigene Seite bauen. Beides zusammen ist auf Dauer die stärkste Lösung.

Alle Zahlen sind Bandbreiten, keine Angebote. Die Spannen stammen aus öffentlich einsehbaren Anbieterpreisen und aus dem, was Dienstleister in Gesprächen berichten. Was du zahlst, hängt von Umfang, Region und Anspruch ab.

Was eine eigene Website kann

Eine eigene Website ist der einzige Ort im Netz, über den du vollständig bestimmst. Das ist kein Detail, sondern der eigentliche Grund, warum sich der Aufwand irgendwann lohnt.

  • Sie gehört dir. Kein Anbieter kann Regeln ändern, Kategorien umbauen oder deinen Auftritt abschalten.
  • Du bestimmst die Reihenfolge. Welches Bild zuerst kommt, wie viel Text ein Paket bekommt, ob Preise oben oder unten stehen.
  • Sie trägt beliebig viel Inhalt. Ablaufbeschreibungen, Referenzen, häufige Fragen, ein Blog zu deiner Region.
  • Sie ist die Adresse für alles andere. Visitenkarte, Social Media, Mailsignatur, Empfehlungen von Locations zeigen dorthin.
  • Sie sammelt langfristig Sichtbarkeit. Was du an Texten aufbaust, arbeitet Jahre für dich weiter.

Was eine Website kostet — in Geld und in Zeit

Der Geldposten ist der kleinere. Mit einem Baukasten liegst du meist bei 10 bis 30 € im Monat, dazu 6 bis 20 € im Jahr für eine .de-Domain. Lässt du bauen, beginnen schlanke Angebote häufig bei etwa 1.000 € und gehen nach oben weit auf.

Der teurere Posten steht in keinem Angebot: deine Zeit. Wer eine Seite selbst baut, verbringt damit erfahrungsgemäß zwanzig bis sechzig Stunden — Struktur, Bildauswahl, Texte, Rechtstexte, Technik. Dazu kommt der dritte, oft übersehene Punkt: Eine neue Domain ist nicht sofort auffindbar. Bis eine frische Seite bei regionalen Suchen mitspielt, vergehen in der Regel Monate.

Merksatz: Eine Website online zu stellen ist kein Marketing. Sie steht danach erst einmal da, und niemand weiß davon.

Was ein Profil kann — und was nicht

Ein Profil in einem Verzeichnis ist eine fertige Seite in einer Umgebung, die bereits Besucher hat. Du füllst Bilder, Leistungen, Einsatzgebiet und Preisrahmen aus und bist am selben Tag sichtbar. Es gibt keine Domain, kein Hosting, keine Updates und keine Rechtstexte, die du selbst pflegen musst.

Genauso wichtig ist, was ein Profil nicht kann:

  • Es gehört dir nicht. Aufbau, Reihenfolge und Regeln bestimmt der Betreiber. Ändert sich dort etwas, änderst du es nicht mit.
  • Du stehst neben Wettbewerbern. Das ist für Suchende ein Vorteil und für dich ein Grund, dein Profil ernst zu nehmen.
  • Der Gestaltungsraum ist begrenzt. Eine eigene Bildsprache, ein Blog oder ein besonderer Aufbau sind nicht vorgesehen.
  • Es ersetzt keine dauerhafte eigene Adresse. Wer nur dort zu finden ist, hängt an fremder Infrastruktur.

Wie ein Profil aussehen muss, damit daraus Anfragen werden, steht Schritt für Schritt in Eventdienstleister-Profil erstellen.

Website und Profil im direkten Vergleich

Eigene Website und Anbieterprofil gegenübergestellt
PunktEigene WebsiteProfil im Verzeichnis
Startaufwand20 bis 60 Stunden selbst oder mehrere Wochen mit Dienstleisterein bis drei Stunden
Kosten10 bis 30 € im Monat selbst gebaut, ab etwa 1.000 € beauftragthäufig kostenlos, je nach Anbieter mit kostenpflichtigen Zusatzstufen
Sichtbar abMonate, bis regionale Suchen greifensofort nach Freischaltung
Kontrollevollständig bei dirbeim Betreiber der Plattform
Gestaltungfreiim Rahmen der Vorlage
PflegeaufwandTechnik, Updates, Rechtstexte, InhalteBilder und Angaben aktuell halten
Besucher kommenüber Suche, Empfehlung, Social Media — musst du selbst holenzusätzlich über die Suche innerhalb der Plattform
Wenn du aufhörst zu pflegenSeite veraltet, bleibt aber deineProfil rutscht nach hinten oder wird inaktiv

Warum am Anfang meist das Profil zuerst kommt

Die Reihenfolge ergibt sich aus zwei Dingen, die im ersten Jahr knapp sind: Zeit und Material. Am Anfang hast du wenige Bilder von echten Veranstaltungen, keine Bewertungen und noch kein fertiges Angebot. Eine Website, die du in diesem Zustand baust, änderst du in sechs Monaten wieder — dann nämlich, wenn du weißt, was du eigentlich anbietest und für wen.

Dazu kommt der Zeitversatz. Eine Hochzeit wird oft ein Jahr im Voraus vergeben. Wer erst eine Website fertigstellt und danach anfängt, sichtbar zu werden, verliert eine ganze Saison. Deshalb ist es sinnvoll, die Sichtbarkeit vorzuziehen: Verzeichnis, Google-Unternehmensprofil, Kontakte zu Locations. Welche weiteren Wege es gibt, steht in Die ersten Kunden gewinnen, und wie sich die Kanäle unterscheiden, ordnet Instagram, Google oder Plattform ein.

Das ist ausdrücklich kein Argument gegen eine eigene Website. Es ist ein Argument gegen die Reihenfolge, in der viele anfangen.

Ab wann sich die eigene Seite lohnt

Es gibt keine feste Grenze, aber es gibt ziemlich verlässliche Anzeichen. Wenn drei davon auf dich zutreffen, ist der Zeitpunkt gekommen:

  1. Du bekommst regelmäßig Anfragen und weißt, welche du willst.
  2. Dein Angebot steht: Pakete, Preise, Ablauf ändern sich nicht mehr jeden Monat.
  3. Du hast eigenes Bildmaterial von echten Terminen, das du zeigen darfst.
  4. Du wirst empfohlen und brauchst eine Adresse, die man weitergeben kann.
  5. Du willst Inhalte zeigen, für die im Profil kein Platz ist — Ablaufpläne, Referenzberichte, Antworten auf wiederkehrende Fragen.

Beispiel: Marek, DJ in Kassel

Marek legt seit anderthalb Jahren auf, etwa zehn Termine im Jahr neben seinem Bürojob. Er hat im ersten Jahr ein Verzeichnisprofil und ein Google-Unternehmensprofil gepflegt und darüber sieben Buchungen bekommen. Eine Website hatte er nicht. Im zweiten Jahr kamen zwei Dinge zusammen: Locations fragten nach einer Adresse für ihre Empfehlungsliste, und er wollte seine drei Pakete ausführlicher erklären, als das Profilformular zulässt.

Er hat dann eine schlanke Seite mit einem Baukasten gebaut — fünf Unterseiten, ein Wochenende Arbeit, rund 15 € im Monat. Das Profil hat er behalten, weil es weiterhin Anfragen bringt und in Suchergebnissen steht, in die seine neue Domain erst hineinwachsen muss. Diese Abwägung führt Braucht ein Fotograf eine eigene Website für ein einzelnes Gewerk noch genauer aus.

Häufige Fragen

Brauche ich als Eventdienstleister zwingend eine eigene Website?

Zwingend nicht. Buchungen entstehen auch ohne, über Empfehlungen, Verzeichnisse und ein Google-Unternehmensprofil. Sobald du regelmäßig Anfragen hast und mehr erklären willst, als in ein Formular passt, wird eine eigene Seite aber zum sinnvollen nächsten Schritt.

Reicht ein Profil dauerhaft aus?

Für den Start meistens ja, als Dauerlösung selten. Der Grund ist nicht die Qualität des Profils, sondern die Abhängigkeit: Du baust auf Infrastruktur, die dir nicht gehört. Wer davon lebt, sollte mittelfristig eine eigene Adresse haben.

Was ist billiger, Website oder Profil?

Ein Profil, fast immer. Viele Verzeichnisse haben eine kostenlose Stufe, eine selbst gebaute Website liegt bei 10 bis 30 € im Monat. Der größere Unterschied ist aber nicht das Geld, sondern die Zeit bis zur ersten Anfrage.

Kann ich beides parallel betreiben?

Ja, und das ist der Normalfall. Achte darauf, dass Leistungen, Einsatzgebiet und Preisrahmen an beiden Stellen dasselbe sagen. Widersprüche zwischen deinen Auftritten kosten mehr Vertrauen als eine fehlende Seite.

Was mache ich zuerst, wenn ich morgen anfange?

Erst sichtbar werden, dann bauen. Ein Verzeichnisprofil und ein Google-Unternehmensprofil sind an einem Tag erledigt und bringen dich in Suchergebnisse. Die Website planst du danach in Ruhe, mit dem Material aus deinen ersten Aufträgen. Wo diese Entscheidung im übrigen Ablauf einer Gründung steht, zeigt Selbstständig als Eventdienstleister.

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