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Kooperationen im Eventbereich finden: DJ, Fotograf, Trauredner und Location vernetzen

Empfehlungen entstehen auf gemeinsamen Einsätzen, nicht per Mail: mit wem du dich vernetzt, wie der Erstkontakt gelingt und was gegen Provisionen spricht.

Von Event ABC31.08.20266 Min. Lesezeit
Kooperationen im Eventbereich finden: DJ, Fotograf, Trauredner und Location vernetzen

Kurz gesagt: Empfehlungen in der Eventbranche entstehen fast nie durch Anfragen, sondern durch gemeinsame Einsätze. Wer auf einer Hochzeit pünktlich ist, sauber arbeitet und anderen Gewerken das Leben leichter macht, wird weiterempfohlen — ohne darum gebeten zu haben. Der Rest ist Handwerk: die richtigen Partner auswählen, den ersten Kontakt mit einem konkreten Angebot statt einer Bitte eröffnen, Gegenseitigkeit ernst nehmen und die Finger von undurchsichtigen Provisionen lassen. Zwei bis fünf gute Partner bringen mehr als fünfzig Kontakte.

Wie Empfehlungen in der Eventbranche wirklich entstehen

Locations, Planerinnen und Kolleginnen empfehlen nicht, wer am nettesten fragt, sondern wen sie ohne Risiko weitergeben können. Die Empfehlung ist für sie eine Aussage über die eigene Zuverlässigkeit: Geht der Abend schief, fällt es auf die Person zurück, die den Tipp gegeben hat.

Daraus folgt fast alles Weitere. Empfohlen wird, wer:

  • erreichbar ist — auch am Donnerstagabend vor dem Event,
  • pünktlich aufbaut und den Zeitplan der anderen nicht verschiebt,
  • Absprachen einhält, ohne dass man sie wiederholen muss,
  • bei Problemen mitdenkt, statt auf die eigene Leistungsbeschreibung zu zeigen,
  • und nach dem Event nichts hinterlässt, was jemand anders wegräumen muss.

Das ist unspektakulär, aber es erklärt, warum manche im dritten Jahr eine volle Saison ohne Werbung haben. Wer zusätzlich Wege sucht, auf denen Anfragen ankommen, findet sie in Die ersten Kunden als Eventdienstleister gewinnen.

Mit wem sich dein Gewerk sinnvoll vernetzt

Nicht jeder Kontakt lohnt sich gleich. Am meisten bringt die Vernetzung dort, wo derselbe Kunde beide Leistungen braucht und wo ihr euch am Eventtag ohnehin begegnet.

Sinnvolle Partner und was du ihnen anbieten kannst
PartnerWarum die Verbindung trägtWas du konkret anbieten kannst
Locations und GastgeberSie werden als Erste gefragt und empfehlen täglichBilder ihrer Räume, ein Datenblatt zu Strom und Aufbau, Verlässlichkeit
HochzeitsplanungSie bauen ganze Teams zusammen und brauchen AusfallsicherheitSchnelle Verfügbarkeitsauskunft, saubere Unterlagen, klare Preise
Trauredner und TraurednerinnenFrühe Buchung, direkter Draht zum PaarTechnik für die Rede, Absprache zum Ablauf, gemeinsame Zeitplanung
DJ oder BandTeilen sich Bühne, Strom und Zeitplan mit dirKabelwege abstimmen, Lautstärke koordinieren, Aufbauhilfe
Fotografie und VideoBilder sind für alle anderen Gewerke wertvollFreigaben für Bilder deiner Arbeit, ruhige Momente einplanen
Floristik und DekorationGestaltet denselben Raum wie duFrühe Absprache über Flächen, Rücksicht beim Abbau
Gleiches Gewerk in der RegionVertretung bei Ausfall und Überlauf bei DoppelterminenTermine weitergeben, die du selbst nicht annehmen kannst

Der letzte Punkt wird oft übersehen: Der wichtigste Kontakt ist häufig die vermeintliche Konkurrenz. Wer dich vertritt, wenn du krank wirst, entscheidet über deinen Ruf — wie das praktisch funktioniert, steht in Krankheit, Stornierung und Ausfall.

Der erste Kontakt, ohne zu betteln

Die häufigste Mail an Locations lautet sinngemäß: „Ich bin neu, nehmt mich in eure Empfehlungsliste auf.“ Sie wird selten beantwortet, weil sie ausschließlich um etwas bittet. Umgekehrt funktioniert es besser.

Erstkontakt: was selten funktioniert und was besser wirkt
StattBesser
„Bitte empfehlt mich weiter.“„Ich habe am Samstag bei euch gearbeitet und dabei diese Bilder eures Saals gemacht — ihr dürft sie frei nutzen.“
Ein Serienbrief an dreißig LocationsFünf Häuser, in denen du wirklich arbeiten willst, einzeln und namentlich angeschrieben
Eine lange SelbstbeschreibungDrei Sätze, ein Link zum Profil, ein konkretes Angebot
Anruf mitten in der HochsaisonKontakt in der ruhigen Jahreszeit, wenn Zeit für Gespräche ist
Nachfassen alle zwei WochenEinmal nachfassen, danach sichtbar bleiben und liefern

Merksatz: Wer beim ersten Kontakt etwas mitbringt, bittet nicht um einen Gefallen, sondern beginnt eine Zusammenarbeit.

Gegenseitigkeit ist keine Rechnung, aber sie wird gezählt

Niemand führt Buch darüber, wer wen wie oft empfohlen hat. Trotzdem merkt jeder, wenn Empfehlungen nur in eine Richtung fließen. Praktisch heißt Gegenseitigkeit:

  1. Gib zuerst. Empfiehl zwei oder drei Partner ehrlich weiter, bevor du selbst darauf zählst.
  2. Empfiehl nur, wofür du geradestehst. Eine schlechte Empfehlung kostet dich mehr als eine ausbleibende.
  3. Sag auch Nein. Wenn jemand nicht passt, ist ein klares „das ist nicht mein Bereich“ hilfreicher als ein lauwarmer Tipp.
  4. Bleib in Kontakt, ohne Anlass. Ein kurzer Gruß nach einem gemeinsamen Event genügt.
  5. Sei regional greifbar. Wer in seiner Umgebung bekannt ist, wird häufiger mitgedacht — wie das gelingt, steht in Als Hochzeitsdienstleister in deiner Region sichtbar werden.

Provisionen: warum sie heikler sind, als sie klingen

Kein Ersatz für Rechtsberatung. Dieser Abschnitt fasst zusammen, worüber du dir Gedanken machen solltest. Was in deinem Fall gilt, hängt von Rechtsform, Angebot und Arbeitsweise ab. Im Zweifel lässt du Vermittlungsvereinbarungen von einer Anwältin, einem Anwalt oder bei IHK beziehungsweise Handwerkskammer prüfen, steuerliche Fragen bei einer Steuerberatung.

Irgendwann kommt der Vorschlag: eine feste Beteiligung für jede vermittelte Buchung. Das ist nicht grundsätzlich unzulässig, aber es hat drei Haken. Erstens zahlt der Kunde die Provision am Ende immer selbst, entweder über den Preis oder über eine schlechtere Auswahl. Zweitens verändert Geld die Empfehlung: Empfohlen wird dann, wer zahlt, nicht wer passt — und genau das spüren Kunden. Drittens sind solche Zahlungen Einnahmen beziehungsweise Betriebsausgaben, die erfasst, belegt und versteuert werden müssen.

Besonders heikel wird es, wenn Geld an einzelne Beschäftigte einer Location fließt statt an den Betrieb. Wenn du dich für eine Vermittlungsvereinbarung entscheidest, dann schriftlich, transparent gegenüber dem Kunden und mit ordentlicher Rechnung. In der Planungsbranche ist Offenlegung ohnehin üblich — Hochzeitsplaner werden geht auf diese Konstellation näher ein.

Die einfachere Alternative kostet nichts: Empfehlungen gegen Empfehlungen, Bilder gegen Sichtbarkeit, Vertretung gegen Vertretung.

Ein Beispiel aus der Praxis

Milan fotografiert Hochzeiten in Regensburg und hat im ersten Jahr fast nur über Portale gebucht. Im November schreibt er sechs Landgasthöfe an, in denen er tatsächlich gearbeitet hat — jeweils mit zwanzig freigegebenen Bildern der Räume und Außenflächen, ohne Personen darauf. Vier antworten, zwei nutzen die Bilder auf ihrer Website und nennen ihn dabei. Im Frühjahr kommen daraus fünf Anfragen, von denen er drei bucht. Geld ist nie geflossen. Sein Aufwand: ein Nachmittag Bildauswahl und sechs kurze Mails.

Wer solche Beziehungen früh aufbaut, vermeidet nebenbei einen der teuersten Anfängerfehler, nämlich die Abhängigkeit von einem einzigen Kanal — nachzulesen in Die häufigsten Fehler im ersten Jahr.

Häufige Fragen

Wie finde ich als Eventdienstleister Kooperationspartner?

Am zuverlässigsten über gemeinsame Einsätze: Sprich die Gewerke an, mit denen du an einem Eventtag ohnehin zusammenarbeitest. Ergänzend hilft eine kurze, persönliche Ansprache an wenige ausgewählte Locations in der ruhigen Jahreszeit. Sammle keine Kontakte, sondern pflege fünf.

Wie spreche ich eine Location an, ohne aufdringlich zu wirken?

Indem du etwas mitbringst statt etwas zu fordern — freigegebene Bilder der Räume, ein Datenblatt zu deinem Aufbau oder schlicht eine verlässliche Vertretung für kurzfristige Ausfälle. Halte die Nachricht kurz, nenne den Namen des Hauses und fasse höchstens einmal nach.

Sind Provisionen unter Eventdienstleistern erlaubt?

Vereinbarungen über Vermittlungsentgelte sind nicht grundsätzlich unzulässig, aber sie müssen transparent, schriftlich und steuerlich sauber abgebildet sein. Heikel wird es, wenn Zahlungen an einzelne Beschäftigte gehen oder der Kunde nichts davon weiß. Lass dir solche Absprachen im Zweifel prüfen.

Was biete ich einem Partner an, wenn ich noch kaum Aufträge habe?

Zeit, Verlässlichkeit und Material. Aufbauhilfe, Bilder, eine schnelle Verfügbarkeitsauskunft oder die Bereitschaft, kurzfristig einzuspringen, sind am Anfang wertvoller als Gegenempfehlungen, die du noch nicht geben kannst.

Wie viele Kooperationspartner brauche ich?

Zwei bis fünf, die dich wirklich kennen, schlagen jede lange Liste. Mehr Beziehungen kannst du kaum pflegen, und ungepflegte Kontakte empfehlen niemanden weiter.

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